1000 Kreuze wollten die selbsternannten Lebensschützer_innen, eine Vereinigung von homophoben Ultra-Christen, durch Berlin am vergangenen Samstag tragen. Ob die im Namen Gottes sprechenden Menschen nun so viele dabei hatten, lässt sich schlecht sagen. Denn an ihrem Schweigemarsch nahmen rund 800 Personen teil, welche den „durch Abtreibung ums Leben gekommenen Kindern“ gedenken wollten. Das es sich bei einer Abtreibung jedoch nicht um Kinder sondern um Embryonen handelt, welche im Großen und Ganzen aus einem Haufen Zellen die nicht denken und somit nicht von Leben und Tod unterscheiden können, handelt, wissen die Fundamentalisten nicht oder wollen es besser gesagt nicht wissen. Ihnen können wir allerdings die Praktische Ethik von Peter Singer nahelegen, in der Hoffnung sie dadurch zum Denken zu animieren.

Foto von Mikael Zellmann
Natürlich gab es Proteste gegen die selbsternannten Lebensschützer_innen. So demonstrierten etwa 800 Menschen gegen Frauenfeindlichkeit. Aufgerufen hatten feministische und antifaschistische Gruppen, Die Linke und die Beratungsstelle profamilia Berlin. Sie forderten Abtreibungsparagraphen 218 aus dem Strafgesetzbuch zu streichen.
Im Laufe des Schweigemarschs der selbsternannten Gotteskrieger_innen kam es zu Störungen durch Gegendemonstrant_innen. So flog Konfetti auf die Lebensschützer_innen während sie ausgepfiffen wurden. Auch gelang es mehreren Menschen einige Kreuze zu entwenden und getreu dem Motto „1000 Kreuze in die Spree“ in die Spree zu werfen.

Foto von Mikael Zellmann
Alles in allem verlief der Tag reibungslos. Die Polizei verhielt sich eher zurückhaltend und der Schweigemarsch konnte gestört werden.
Analyse, Kritik und Aktion geht noch auf den Vorsitzenden von „Nie wieder e.V.“, Günter Annen ein, welcher in einem Interview mit dem Muslim Markt eindeutig den Holocaust relativiert sowie Hitler verharmlost hat. Wir möchten an dieser Stelle darauf aufmerksam machen, dass das Interview vom 14. 07. 2006 stammt und somit eventuell begangene Straftaten im Sinne des §130 StGB noch nicht verjährt sind, weswegen die_der ein oder andere vielleicht Strafanzeige und Strafantrag gegen Herr Annen stellen möchte.
mehr dazu (bilanzen, pressespiegel, etc.) gibts auf dem blog vom Bündnis.
Vielen Dank. Link wurde in die Linkliste unter „Kampagnen“ aufgenommen.
1.Radiosendung zum Thema:
http://www.vaeterradio.de/2009/vr10-09.mp3
Marsch für das Leben
Frauenrechte kontra Lebensrechte
Die Fristenreglung mit Zwangsberatung der Mütter bezüglich der Entscheidung für oder gegen eine Abtreibung hatte der Bundestag 1993 beschlossen, die Entscheidung allerdings allein der Mutter überlassen. Väter können ihre Kinder gegen den Willen der Mütter nicht schützen.
Diese Gesetzesänderung mit Beratungszwang sollte Schwangerschaftsabbrüche statistisch zurückdrängen, das Gegenteil ist allerdings der Fall. Aus diesem Grunde haben etwa 1000 Lebensschützer am 26. September mit 1000 weißen Kreuzen auf die täglichen Abtreibungen im Lande aufmerksam gemacht. Mittlerweile ist diese Aktion eines Schweigemarsches schon zur Tradition geworden. Verschiedene Organisationen unterstützen den Bundesverband “Lebensrecht” dabei.
Ein Aktionsbündnis von Antifaschisten, Feministen und pro familia hatten zu einer Gegendemonstration aufgerufen. 1000 Kreuze in die Spree war ihre Antwort auf den Schweigemarsch für das Leben. Probleme lassen sich allerdings nicht durch eine “Abtreibung” in die Spree lösen.
Problematisch sind die Ausgrenzung der Väter bezüglich der Entscheidung für oder gegen die Kinder, die wirtschaftlichen Interessen an abgetriebenen Kindern für Forschung, Medizin und Kosmetik, und die Gefühle nach einer Abtreibung.
[Wie soll der Vater ein Kind schützen, dass noch garkein Kind ist? Es liegt bei der Frau ob sie das Kind bekommen möchte oder nicht. Immerhin muss sie es auch 9 Monate in ihrem Bauch tragen, empfindet schmerzen. Natürlich kann der Mann auch seelischen Schmerz danach empfinden. Jedoch müsste ein Mann dann auch jedes mal wenn er sich einen von der Palme gewedelt hat anfangen zu heulen, da dort auch der heißgeliebte Zellhaufen ums Leben kommt. Da wir dies jedoch ernsthaft bezweifeln, belassen wir es dabei: Abtreibung ist Frauenrecht.]
Unzucht = ungeborene Kinder schlachten = so bringt ein Volk sich selbst um. Wie dumm muss man sein, um das nicht zu begreifen?
Jeder, der geboren wurde, wäre nicht existent, wenn man mit ihm so verfahren hätte.
Pro familia seinen lügnerischen Namen austreiben lassen und sich Pro Kindermord nennen. Das würde dem wahren Sachverhalt entsprechen.
Aber seid gewiss, die auf diese Weise ermordeten Kinder werden einst euere Ankläger vor GOTT sein1
Ob ein Volk sich umbringt ist uns eigentlich relativ egal. Was zählt ist der Mensch, nicht dein sogenanntes Volk. Wie dumm muss man sein um das nicht zu begreifen?
Das, wenn man uns abgetrieben hätte wir nicht exestieren würden, ist uns auch klar. Bravo für diese Analyse. Jedoch wüssten wir in diesem Fall auch wohl kaum das wir je exestiert hätten, was die Sache in einem anderen Licht erscheinen lässt. Ebenso können Zellhaufen nicht zwischen Leben und Tod unterscheiden und wissen also auch nicht das sie überhaupt exestieren, da sie dies nicht wahrnehmen können.
Weswegen sich ProFamilia in ProKindermord umbennen sollte, ist uns nicht klar. Gerade weil es sich, wie erwähnt, bei einer Abtreibung nicht um Kinder sondern um Zellen handelt. Wären diese Zellen bereits so vorangeschritten, dass man sie als Kinder bezeichnen kann, also wenn sie sich ihres Verstandes bedienen können, dann müssten wir dir Recht geben. Jedoch ist es nicht so, weswegen du absolut Nachhilfe in dieser Sache brauchst, statt irgendwelchen „Lebensschützern“ hinterher zu rennen.
Vor einer Anklage dieser Zellen oder „Kinder“, wie du sie nennst, vor deinem sogenannten Gott, sehen wir doch auch eher gelassen entgegen.
Du kannst Dir von der Palme wedeln, was Du willst, aber Befruchtung kannst Du mit Deiner Palme alleine nicht herstellen. Für eine Befruchtung sind ZWEI Menschen verantwortlich, eine potentielle Mutter und ein potentieller Vater – das hat nun wirklich nichts mit Frauenrechten zu tun. Beide – Frau und Mann – haben ihre Entscheidung vor der Befruchtung zu treffen, und nur diese Entscheidung betrifft sie beide. Danach gilt das Recht des Schwächeren, und das ist nicht die Frau. Also belassen wir es lieber so – und nicht wie Du vorgabst. Wedle lieber mit Deiner Palme – da kommt es nicht zur Befruchtung.